Molière

Molière und die Kabale der Scheinheiligen

Ein Theaterprojekt nach Michail Bulgakow und Molière
mit Maria Thorgevsky, Kristina von Holt, Matthias Klausener,
Krishan Krone und Dan Wiener.

Stückfassung und Regie: Maria Thorgevsky
Kostüme: Vesna Suljic Karaus
Musik: Dan Wiener
Technik: Michel Güntert

Moilère ist einer der ganz Grossen des Theaters, aber auch er war seinerzeit der Gunst des Publikums und vor allem dem König auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Bulgakow stellte mit seinem Roman „Das Leben des Monsieur de Molière" die Frage wohl auch an sich selbst: Darf ein Künstler Kompromisse eingehen, seine Kunst der Gunst anpassen, damit er genug zu fressen hat? Oder ist es besser ehrenhaft am Hungertuch zu nagen?

Molière hat alles erlebt: Vom armseligen fahrenden Komödianten in der Provinz bis zum hochangesehenen Günstling des Königs. Mit seinen Komödien hatte er grossen Erfolg. Ansehen und Wohlstand waren die angenehmen Nebenerscheinungen. Dabei hat Molière in seinen Komödien nicht einfach alle Moral abgelegt: Seine Komödien stellen noch heute Falschheit, Lug und Trug an den Pranger. Mit Tartuffe ging er allerdings in den Augen des Königs einen Schritt zu weit: Er kritisierte die Scheinheiligkeit der Kirche. Louis liess seinen Günstling fallen und Molière, höher gestiegen als je ein Theatermann vor ihm, fiel tief.

Das Theaterensemble Thorgevsky & Wiener machte sich in den 18 Jahren seines Bestehens einen Namen für eigenwillige, persönlich geprägte und poetische Kreationen. Und wie alle Kulturschaffenden sind sie dabei den Unwägbarkeiten des Erfolges bei Presse, Publikum, Zeitgeschmack und Geldgebern ausgesetzt.
Ohne sich mit einem Genie wie Molière vergleichen zu wollen, gibt es Parallelen: Vom Frankreich des Jean Baptiste Poquelin zu Bulgakow in der Sowjetunion der 1930er Jahre bis zum Kulturschaffen heute. Soll die Kunst sich der Gunst anpassen? Dürfen das Geld und die Macht den Geschmack bestimmen?
Diese Fragen stellen sich Generationen von Theaterleuten. Die Schauspieler des Ensembles Thorgevsky & Wiener geben keine akademisch-politische Antwort, sondern tun, was Sie gelernt haben und immer tun: Theater spielen.

 

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