Charms!

Charms!
Ein Theaterabend aus Texten von Daniil Charms.

Mit Maria Thorgevsky und Dan Wiener | Ausstattung: Emil Kapeljusch(St. Petersburg) | Regie: Hansjörg Betschart

Wo ist der Inhalt einer Flasche Vodka hingekommen, wenn ihn doch niemand getrunken hat und es eigentlich auch nie eine Flasche gegeben hat? Wie kann Kalugin seinen endlosen Traum von einem ihm auflauernden Polizisten beenden? Oder wie kann man einen Augenblick festhalten?

Daniil Charms (1905-1942) war einer der erstaunlichsten, aber auch wunderlichsten Dichter Russlands. Er war ein Freidenker, ein Gedankenjongleur, einer der auffiel, in einer Zeit, in der niemand auffallen sollte, in den 30er Jahren, der Zeit des schlimmsten Stalinismus. Charms durfte nur wenig veröffentlichen, wurde 1937 und 1941 verhaftet. 1942, als Gefangener in einer gefangenen Stadt (Leningrad wurde von der deutschen Wehrmacht belagert und 1 Million Menschen verhungerten) verhungerte Charms im Gefängnis.

In den sechziger Jahren wurden vor allem Charms' Kindergeschichten und -gedichte veröffentlicht. Sie sind heute ein Klassiker der Russischen Kinderliteratur. Ende der 80er Jahre konnten dann endlich viele der «unerwünschten» Texte Charms‘ auch in Russland veröffentlicht werden, und so vervollständigte sich das literarische Bild. Seine ungewöhnlichen Gedankengänge wurden inzwischen in viele Sprachen übersetzt. 

Um Schein und Sein drehen sich fast alle Charms-Texte und das ist durchaus existentiell zu verstehen. Die Texte sind witzig, aberwitzig und verrückt, so dass nachher nichts mehr ist wie vorher. Charms Umgang mit einer absurden Realität macht ihn - auch wenn er schon fünfzig Jahre tot ist - sehr modern.
«Full of Charms!» titelte Reinhard Stumm in der Basler Zeitung.
«Diese absurde Realität spiegelnde Literatur setzen die beiden einfühlsam, mit grosser Spielfreude und ebensolchem Können auf der Bühne um. Immer wieder führen sie uns über die Grenzen des Fassbaren, verzaubern das Publikum mit Dialogen und Musik ...» 
Iwan Raschle im Nebelspalter


«Wenn Charms' schier unkontrollierbare Folge von Assoziationen an einem vorbeirattert, sind es Bilder und Stimmungen, die haften bleiben... eine radikale Art, die Dinge zu Ende zu denken.» 
Denise Marquart im Tages Anzeiger


«Dan Wiener und Maria Thorgevsky haben Charms Texte theatralisiert - als rasselnde Kette von Geschichten, Bildern, Stimmungen, karg und eindrücklich inszeniert, nicht ohne Amusement, doch eben atemberaubend.» 
Der Bund, Bern

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