Der Tiger auf der Strasse

Maria Thorgevsky & Dan Wiener
spielen, was nur sehr gescheite Menschen erraten können:
Der Tiger auf der Strasse
Eine theatrale Collage aus Daniil Charms‘ Geschichten
und Gedichten für Kinder

Petja weiss unzählige Geschichten zu erzählen, aber immer kommt ihm Kolka, sein Freund, zuvor, und erzählt seinerseits vom Tiger auf der Strasse, vom König und seiner Frau, vom Häslein und vom Füchslein, die Freunde waren... Nur: eigentlich wollte Petja etwas ganz anderes erzählen. Immer wieder geraten sich die beiden in die Haare, hauen sich übers Ohr, legen sich aufs Kreuz, um sich wenig später schon wieder zu versöhnen. Sie fliegen nach Brasilien, Föhren werden zu Palmen und Spatzen zu Kolibris, ein Wort, ein Reim, und ohne viel Aufwand wird alles möglich. Ein Kinderspiel, ein Theaterstück eben.

Daniil Charms schrieb, neben den auch hier inzwischen schon recht bekannten Fällen, Notizen und seltsamen Begenheiten, auch für Kinder: Mit derselben Konsequenz und Poesie, mit demselben Witz, doch - aus Rücksicht auf die junge Leserschaft - leichter und ohne die absolut tödlichen Abgründe.

Grösstenteils in eigenen deutschen Erstübersetzungen bringen Maria Thorgevsky und Dan Wiener Charms' Texte für Kinder auf die Bühne. Entstanden ist ein lebendiges, vor Phantasie und Spielfreude sprühendes Stück Theater. Sie haben damit schon viele Kinderherzen (und auch die Erwachsener) erobert.

Es war ein Spiel mit viel Streit. Es ist lustig zuschauen! Aber zuhause ist das Streiten nicht so lustig, wie im Theater. Sie stritten mit den Ringen und machten fast Saltos.
Salome

Schön war die Musik, die der Mann spielte. Ich möchte gerne wieder einmal in so ein Theater gehen.
Fränzi

Die Frau und der Mann machten schön und lässige Kunststücke. Mir gefiel nicht besonders, dass die Frau immer log. Der Mann erzählte eine besonders schnelle Geschichte. Alles stand auf dem Kopf.
Marco

Die Streitereien zwischen Mann und Frau waren lässig. Es ging alles sehr schnell, aber ich verstand alles. Die Geschichte vom König war toll, weil der König so klein war. Er war lächerlich. Und die Geschichte von den Tieren, die war gut. Die Frau bewegte sich immer und ganz schön. Ich gehe darum gern ins Theater, weil es spannend ist.
Andrea.

Aufmerksam und begeistert bis zum letzten Satz genossen wir das Theatersück. Musik, Akrobatik, Gedichte und Geschichten verzauberten den Schulalltaag und begleiteten uns zurück ins Schulzimmer. "Der Tiger auf der Strasse" löste bei uns auch Lust und Interesse auf "Gedichte lesen" aus. Ein herrliches Theatererlebnis.
Eine Lehrerin.


...mit ihrem Witz und ihrer sprühenden Fantasie erweisen sich die Geschichten Charms' als modern im besten Sinne des Wortes. Ohne pädagogisch erhobenen Zeigefinger zeigt Charms, wie die Welt ist - oder besser, wie man sie eben auch sehen kann, wenn man (wie es oft nur Kindern gegeben ist) nur genügend Vorstellungskraft besitzt...
Aargauer Tagblatt


...entstanden ist ein lebendiiges, vor Phantasie und Spielfreude sprühendes Stück, das Kindern und Erwachsenen Spass macht. Maria Thorgevsky und Dan Wiener gelingt es das junge Publiikum abzuholen, die kleinen und grossen Kinder mitzunehmen auf eine Reise nach Brasilien. Still und aufmerksam sitzen die kleinen gescheiten Leute da, um für einmal keinen banalen Kindergeschichten zu lauschen...
Nebelspalter


Als rasantes, pfiffiges, trickreiches, schnelles Theater mit musikalischen und akrobatischen Akzenten und vielen kleinen Geschichten spielen Maria Thorgevsky & Dan Wiener mit minimalen Mitteln ihre Kinderproduktion «Der Tiger auf der Strasse». Basler Zeitung


Maria Thorgevsky & Dan Wiener brauchen beinahe nichts an Requisiten, um den Lebenstraum von Petja und Kolka ins Bewusstsein der Zuschauenden zu zaubern, nichts ausser sich selber und ihrer Kunst.
Bund, Bern


Man traute seinen Augen nicht : gestern noch stand an der Tür «Charms» und heute «Tscharms». Empörend. Und wie lange und heftig man auch an diese Türe klopft, man bekommt keine Antwort.
Charms-Tscharms ist wieder nicht zu Hause und wieder muss man unverrichteter Dinge abziehen und es am nächsten Tag wieder versuchen. Doch am nächsten Tag steht an der Tür: «Herr Schardam wünscht nicht gestört zu werden!» Das ist doch zu viel. Ein Schriftsteller - und dann das...
Aber der Schriftsteller Daniil Juvatschov hatte noch mehr Namen : Ja. Basch, Schardam, Dandan, Karl Iwanowitsch Schusterling, Iwan Toporischkin, der Schriftsteller Kolpakov - eine Menge von brillianten Fantasten, und doch ist es nur Einer : Daniil Charms, der verschmitzte Dichter, der das Spiel zum literarischen System erhoben hat und damit unausweichlich auch die Kinderherzen erobert, stellt die Welt auf den Kopf um sie besser zu verstehen.
Sei es nur ein Kopfstand, sei es ein Tiger auf der Strasse, seien es Könige und Räuber, ein Hase und ein Fuchs, die Freunde waren, ein kurzer Flug nach Brasilien: ein Wort, ein Rythmus vielleicht, und ohne viel Aufwand wird alles möglich : ein Kinderspiel, ein Theaterstück eben.
Charms, der viele Texte für Kinderzeitschriften geschrieben hatte, wusste, dass ihm da die Kinder zu folgen vermögen - ohne Erklärungen. Nicht umsonst heisst eines seiner Kapitel : "Nur für sehr schlaue Leute!" Wer anders als Kinder können da gemeint sein? Leute, die die Dinge nicht unbedingt so nehmen, wie sie zu sein scheinen.
Charms, jedenfalls, war so Einer: Einer, der nichts so sah, wie man es sehen sollte, einer, der auffiel in einer Zeit, wo man nicht auffallen sollte.
Daniil Charms ist 1905 in St. Petersburg geboren. Für Kinder hat er in zwei Zeitschriften ("Spatz" und "Igel") geschrieben. Von 1928 bis 1931 sind elf Büchlein mit Gedichten und Geschichten von ihm erschienen, nachher musste er schweigen. 1931 wurde er ein erstes Mal verhaftet, dann wieder freigelassen, 1941 wurde er wieder verhaftet, 1942 ist er im Gefängnis verhungert.
Erst 1962 wurden seine Kindergeschichten wieder veröffentlicht. Sie sind seither zu einem Klassiker der russischen Kinderliteratur geworden.

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