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Im Engadin im legendären Hotel Waldhaus gab es  im Juni 2017 eine der seltenen Gelegenheiten unsere Jubiläumsproduktion zu sehen:
Tejbele (Täubchen) nach I.B. Singer
von und mit Maria Thorgevsky und Dan Wiener

Die nächste Vorstellung findet am Samstag, 13 Januar 2018 um 20:15 in Laufen (BL) statt, im Rahmen des Kulturforums im Kulturzentrum "Alts Schlachthuus", Seidenweg 55, 4242 Laufen

http://www.kfl.ch/Jan-21.html

Vorverkauf auch unter 061 763 09 41 - "Der Laden", Delsbergerstrasse 24 in Laufen

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Kommentar zum „objektiven“ Umgang mit Lenin

Neben vielen begeisterten, gab es einige wenige kritische Stimmen, die sich in unserem Stück zur Zugsfahrt Lenins nach Petrograd ein positiveres Leninbild gewünscht hätten. Oft wurde das so formuliert, dass das Stück in der historischen Betrachtung nicht ausgeglichen sei.

Wir hatten den Auftrag von den drei Instituten für osteuropäische Geschichte der Unis Basel, Zürich und Bern ein Stück rund um Lenins Reise im Zug von Zürich nach Petrograd zu entwickeln. Die Zusammenarbeit war spannend: Zu Beginn umfasste das den Austausch von Quellen und Materialien, später auch inhaltliche Diskussionen und für die Zugsversion eine gemeinsame Organisation.

Wie sollten wir den Auftrag inhaltlich angehen?

Ein Reenactment oder eine Heroisierung der Ereignisse kamen für uns nicht in Frage, weil dadurch die negativen Folgen der Revolution ausgeblendet würden.

Aber auch eine realistische Darstellung von Lenin als Monster und Machtmensch erschien uns szenisch wie auch inhaltlich wenig interessant.

Es ging uns zudem nicht um ein Dokumentartheater, sondern um eine szenische Umsetzung der Reise und ihrer Folgen auf Grund von Originalquellen.

Wenn man verstehen will, was wir gemacht haben, ist es wichtig die Geschichte des Umgangs mit der Figur Lenins mit einzubeziehen. In der Sowjetunion wurde er tatsächlich heroisiert. Es gibt nach wie vor unzählige Statuen Lenins. Es wurden Heldengeschichten kreiert, sogar Kinderbücher, in denen versucht wurde bereits Kindern ein positives Leninbild einzutrichtern. Und nicht zuletzt liegt Lenins Leichnam immer noch im Mausoleum - eine Ehre, die sonst nur Halbgöttern wie Pharaonen zuteil wird.

Auch vor diesem Hintergrund haben wir einen satirischen Zugang gewählt: Wir haben uns für den Text auf Quellen gestützt. Der grösste Teil des Stücktextes besteht aus Zitaten. Aber auch Situationen haben wir den Quellen entnehmen können: Dass Lenin es nicht ertrug, wenn im Zug geraucht wurde, oder dass im selben Zug die „Geliebte“ Inessa Armande und die Frau Lenins Nadezhda Krupskaja mit fuhren, sind mehrfach belegt.

Maria Thorgevsky’s Stück ist eine (bitterböse) Auseinandersetzung mit der Figur Lenins als Mensch, als Politiker und als Revolutionsführer. Eine intelligente Demontierung des „Übermenschen“ Lenin. Ausserdem kamen in einem zweiten Teil die Opfer der Revolution zu Wort (auch das ausschliesslich in Zitaten). Der dritte Teil gab einen historischen Überblick über die Rolle von Zügen während des Bürgerkrieges und in der ersten Sowjetzeit.

Aus unserer Sicht ist Theater ist immer eine Interpretation und soll Betroffenheit und Nachdenken auslösen. Das ist uns gelungen – sowohl bei den vielen begeisterten Zuschauern, wie auch bei denjenigen, denen die Interpretation nicht passte.

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Samstag, 16. September 2017, 19:30 h
philosophe.ch, 8157 Dielsdorf, Regensbergstrasse 26
Reservationen: Tel. 076 343 32 82

Die Schweizer identifizieren sich gerne mit ihren Bergen:

Fest, unverrückbar, stolz und schön.

Viele vergessen dabei, dass die Berge früher vor allem als ein Hindernis und Mühsal angesehen wurden. Das Leben war hart und die Bergler meist sehr arm. Deshalb kennt die Schweiz auch eine lange Tradition der Emigration:

Missernten, Hungersnöte, Religionskonflikte und politische Wirren brachten allein im 19. Jahrhundert eine halbe Million Schweizer dazu, alles liegen zu lassen und in der Ferne eine neue Heimat zu suchen.

In dieser Geschichte von Dan Wiener begleiten wir einen Jungen, dessen Familie im Winter 1852 verhungert war, auf seinem Weg:

„Über alli Bärge, uuf und drvo!“

Dan Wiener mischt in diesem Programm alte traditionelle Volkslieder mit Neuen, die er speziell für dieses Programm geschrieben hat. Die Musik begleitet die Erzählung von den Berner Alpen ostwärts bis in die Karpaten nicht nur geographisch, sondern auch in der Stimmung des Auswanderers: Zwischen Hoffnung und Verzweiflung bis zum überraschenden Schluss und Happy End.

Maria Thorgevsky hat die huzulischen Volkslieder in das 
Programm eingebracht. Die beiden hervorragenden Musiker Karel Boeschoten (Geige) und Sergej Simbirev (Akkordeon),
mit denen Thorgevsky & Wiener schon seit Jahren in unterschied-
lichen Produktionen zusammen gearbeitet haben, komplettieren das internationale Ensemble.

Markiert in: chansons musik texte theater
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Text und Regie: Maria Thorgevsky

Am 9. April 1917 bestieg Lenin mit einer Gruppe von Mitstreitern in Zürich den Zug, um in Petrograd die Umwandlung der bürgerlichen in eine sozialistische Revolution zu forcieren und die provisorische Regierung zu stürzen.

In Zusammenarbeit mit den Lehrstühlen für osteuropäische Geschichte der Universitäten Basel, Bern und Zürich nimmt das Theaterensemble Thorgevsky & Wiener diese historische Begebenheit zum Anlass, um hundert Jahre später Lenin, sein Umfel dund die folgenreiche Fahrt im «plombierten Waggon» szenisch zu durchleuchten.

Freiburg i.B. am 9. & 10. November 2017 um jeweils 20:30 Uhr im E-Werk (Kammertheater)

Vorverkauf: www.ewerk-freiburg.de

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In den Glarner Bergen gibt es noch viele Riesen! Und nicht nur das, die Berge selbst seien Riesenriesen und die Bergspitzen ihre Zipfelmützen. Das sagt Grossmutter Martina. Sie ist etwas grösser als alle anderen Leute - darum heisst sie ja auch Gross-mutter. Und die Leute sagen sie spinnt, weil sie mit dem Wasser, den Bäumen und den Bergen spricht. Aber dem kleinen Martin ist das egal. Er ist bei seiner Grossmutter zu Besuch und will den Riesen Martin treffen.

Von dem erzählt man, dass er vom Hirten Martin vetrtrieben wurde mit dem Stock. Und mit dem Stock habe der Hirt Martin ein Loch in den Berg geschlagen. Das Martinsloch. Und dieses Loch gibt es wirklich. Und zwei Mal im Jahr scheint die Sonne durch dieses Loch auf die Kirche von Elm.

Dan Wiener hat die Sage vom Martinsloch wunderbar weiter gesponnen und der Künstler Andrey Fedorchenko hat sie liebevoll illustriert. Mitte Mai erscheint das Buch beim Glarner Baeschlin-Verlag und kann da bestellt werden:

info@lesestoff.ch

+41 44 201 11 25

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